Es gibt einen Ort, der zu unglaublich scheint, als dass es ihn wirklich gäben könnte. An diesem Ort sollen Gelehrte eine schier unbegrenzte Anzahl an Schriftrollen aufbewahren. Und zwar von jedem Menschen! Ein Scherz? Nein, es gibt ihn wirklich, diesen geheimnisvollen Ort: Die Rede ist von der Palmbibliothek. Diese befindet sich in Südindien in einem Kloster in der Nähe von Madras. Dort werden Palmblätter aufbewart, auf denen die Vergangenheit und Zukunft jedes Menschen der Erde aufgeschrieben sein soll, der diese Bibliothek in seinem Leben einmal besuchen wird. Jeder kann dort hingehen.

Es sollen bedeutsame Botschaften für Millionen von Menschen in dieser Bibliothek gelagert sein. In uralten Texten, geschrieben auf Palmblättern, sind hier die persönlichen Schicksale festgehalten und dabei frühere, gegenwärtige und zukünftige Ereignisse ausführlich dargelegt. Inzwischen ist bekannt, das es sogar mehrere solcher Bibliotheken in Indien und den Nachbarländern geben soll (einige davon sind jedoch extra nur für den Tourismus „erschaffen“ wurden).

Ist die Palmbibliothek ein  echtes Orakel?

Bis heute konnte dieses Phänomen nicht eindeutig geklärt werden. Es gibt jedoch Menschen, die glaubwürdig von Palmblatt-Orakeln berichten. Sowohl ihre Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft wurde ihnen erzählt, und das Erstaunliche dabei war, dass mindestens die nachvollziehbaren, rückblickenden Aussagen zutrafen. Auf www.wegbegleiter.ch/wegbeg/palmblat.htm schreibt beispielsweise Thomas Ritter, dass er sich durch eine solche Prophezeiung erkannt gefühlt hat.

Worauf basiert sie?

Fakt ist, dass das Palmblatt-Orakel auf der altindischen Astrologie beruht. Dies bestätigten unter anderen seriöse Palmenblattleser. Neben vielen historischen Manuskripten gibt es auch eine Reihe astrologischer Quellen. Diese sind der Ursprung  der indischen Palmblattbibliothek. Das heißt also, dass das Palmblatt-Orakel nichts anderes ist, als angewandte altindische Astrologie. Um den Mythos jedoch aufrecht zu erhalten, werden auch heute noch Horoskope auf die Blätter geschrieben.

Neben den indischen „Orakeln“  gibt es übrigens noch andere Arten von Palmblattbibliotheken: In Sri Lanka und Nepal beispielsweise wurde früher bereits auf Palmblättern geschrieben. Was heute das Papier für die Europäer ist, war beziehungsweise sind auch heute noch die Palmblätter das gängige Medium. Bis heute wird auf ihnen das historische Wissen südostasiatischer Kulturen aufbewahrt. Sie wurden 1997 von der UNESO in das Weltkulturerbe aufgenommen. Die große Schicksalsbibliothek von Hoshiarpur arbeitet inzwischen mit Papier, ansatt Palmblättern (Quelle: http://www.palmblattorakel.de/palmblatt-bib.html).

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