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Der Mechanismus von Antikythera

Wir schreiben das Jahr 1900: Forscher entdeckten vor der griechischen Insel Antikythera (zwischen Kythera und Kreta) das gesunkene Wrack eines griechischen Handelsschiffs. Das die Wissenschaftler dabei auf einen Jahrhundertfund gestoßen sind, konnten sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht erahnen. Taucher begannen also das Schiffswrack in einer Tiefe von etwa 40 Metern zu untersuchen und konnten dabei zahlreiche Statuen und andere Kunstschätze bergen. Diese wurden anschließend zur Restaurierung in das „Archäologische Nationalmuseum“ nach Athen gebracht, wo der eigentliche Sensationsfund unbemerkt in den Regalen verschwand.

 Foto: Antikythera Mechanism Research Project

Zwei Jahre sollte es dauern, bis der Archäologe Valerios Stais in einem Klumpen aus korrodiertem Material ein Zahnrad entdeckte. Weitere Untersuchungen ergaben Hinweise auf einen griechisch-ägyptischen Kalender, die Sonne, den Mond und die anderen damals bereits bekannten Planeten. Des weiteren wurden kreisförmige Skalen für die Tierkreiseinteilung sowie verschiebbare Skalen mit den Monatsnamen entdeckt. Die Wissenschaftler konnten also davon ausgehen, dass es sich bei dem Fund um eine Art astronomische Uhr handelt, mit der man die Stellungen der Sterne und Planeten bestimmen konnte. Der gesamte Mechanismus wurde von Zahnrädern angetrieben, was die eigentliche Sensation ausmachte. Denn das Prinzip von Zahnrädern war den Griechen zwar bekannt (zum Beispiel bei der Nutzung von Wind- und Wasserkraft), aber es gibt keine anderen Quellen, die darüber Aufschluss geben, dass die Griechen damals fähig waren, solch präzise Zahnradtechnik einzusetzen – der Fund wurde auf 97 bis 102 vor Christus datiert. (Quelle: http://www.geschichtsmaengel.de/Berichtsseite/berichtsseite.html)

Im Juni 1959 veröffentlichte der Wissenschaftshistoriker Derek de Solla Price von der Yale-Universität einen Artikel im „Scientific American“ über den Mechanismus, der zu diesem Zeitpunkt  immer  noch nicht komplett untersucht worden war.  Price verbrachte fast zehn Jahre damit, das Gerät zu rekonstruieren. Erst im Jahr 1971 brachten Röntgenaufnahmen eine vollständige Analyse des Mechanismus von Antikythera und somit den Durchbruch in seinen Forschungen.

 Foto: Antikythera Mechanism Research Project

Eine Teilrekonstruktion des Mechanismus wurde von dem australischen Informatiker Allan George Bromley (1947–2002) und dem Uhrmacher Frank Percival aus Sydney hergestellt. Aus diesem Projekt ergab sich die Notwendigkeit einer noch genaueren Röntgenanalyse des Original-Mechanismus. Diese wurde von  Bromleys Studenten Bernard Gardner 1993 durchgeführt. Michael Wright, der Kurator des Science Museum in London, fertigte zusammen mit Bernard Gardner  übrigens eine weitere Rekonstruktion im Jahr 2002 an. (Quelle: http://xlurl.de/5dkwK1)

 Foto: Mogi Massimo Vicentini

Geschichtliche Bedeutung:

Der Mechanismus, hergestellt aus Bronze und  ursprünglich von einem Holzgehäuse umgeben, ist die älteste erhaltene Zahnrad-Apparatur. Der Fund hat unter Wissenschafts- und Technik-Historikern große Irritationen ausgelöst. Am meisten Akzeptanz hat die Theorie gefunden, den Mechanismus als eine Art Analogrechner zu verstehen, dessen Zweck darin bestand, die Bewegungen der Himmelskörper zu berechnen. Der Fund beweist zudem, das die Griechen damals über Wissen verfügten, was verloren gegangen ist und damit nicht weiter entwickelt werden konnte.

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Es war der Sensationsfund im Jahr 1999 in der Nähe des Dorfes Chandar in Nurimanov (Russland). Forscher entdeckten dort eine sehr gewaltige Steinplatte. Und das dieses Tonnen-schwere Ungetüm nicht gewöhnlich ist, wurde schnell klar:  

Die Platte misst in etwa eine Größe von anderthalb Metern und ist über 120 Millionen Jahre alt. Der Stein ist damit mehr als nur ein Stückchen Geschichte. Auf der Oberfläche wurden von den Forschern Schriftzeichen unbekannter Herkunft entdeckt. Bei weiteren Untersuchungen stellte sich heraus, dass es sich um eine Landkarte handelt. Das ist jedoch noch nicht alles: Nach Angaben der Wissenschaftler ist dies eine echte drei-dimensionale-Relief-Karte, ähnlicher derer, welche das Militär heutzutage schon benutzt und für deren Herstellung Super-Computer sowie Shuttle- und Sattelitenfotos verwendet werden. Der so genannte „Dashka-Stein“ liefert damit Zeugnis über die Existenz einer uralten, hochentwickelten  und bisher noch unbekannten Zivilisation.

 Foto: Alexander Chuvyrov

 Was zeigt die Karte und woraus besteht sie?

Forschern gelang es inzwischen den Kartenausschnitt zu identifizieren. Es handelt sich um eine Karte der Uralregion, dargestellt als Relief (drei-dimensional). Die Platte selbst besteht aus drei Schichten. Die erste Schicht misst 14 Zentimeter und besteht aus Dolomit. Die zweite,  wesentlich dünnere Schicht, ist aus dem Mineral Diopsid. In dieser ist die Karte eingelassen. Die dritte Schicht besteht aus einer Art Porzellan (zwei Zentimeter dick).  Diese bildet die Schutzhülle des Reliefs. Auf der Karte sind neben eingezeichneten Flüssen zahlreiche weitere Strukturen zu erkennen. Man sieht zwei Kanäle und viele Dämme, die sich zu einem Staudammsystem ergänzen. Der Maßstab der Karte beträgt 1 zu 1,1 Kilometern.

 Foto: Alexander Chuvyrov

Mit welcher Technik wurde sie hergestellt?

Forscher fanden heraus, dass die Reliefplatte nicht manuell mit einem antiken Steinschneider oder ähnlichem gemacht wurde. Dies wäre unmöglich gewesen. Röntgenaufnahmen der Steinplatte zeigten zu dem eindeutig, dass sie künstlichen Ursprungs ist und mit Präzisionswerkzeug bearbeitet wurde. Bis heute ist die exakte Herstellungsmethode der Karte noch ungeklärt.

Professor Alexander Chuvyrov von der Bashkir State University ist übrigens der Entdecker des Sensationsfundes. Er untersuchte damals einen möglichen Zusammenhang zwischen seltsamen Steinplatten und einer so genannten Migration-Hypothese. Im Jahr 1998 startete Chuvyrov schließlich mit einigen Studenten eine Expedition zum Dorf Chandar und suchte mit einem gemieteten Helikopter das gesamte Gebiet ab, wo die Platten ursprünglich zu finden sein sollten (laut Berichten). Die Suche war jedoch erfolglos. Einige Monate später (21. Juli 1999) stattete Chuvyrov dem Dorf mal wieder einen Besuch ab. Vladimir Krainov, Ex-Vorsitzender des örtlichen Landwirtschaftsrates, machte den Forscher dann auf einen seltsamen Stein in seinem Innenhof aufmerksam. Der Sensationsfund war perfekt (Quelle: http://www.fast-geheim.de/Dashka-Stein.html, http://www.geschichtsmaengel.de/Berichtsseite/geologische_Funde/Dashka-Stein/body_dashka-stein.html).

 Heute wird das Relief von vielen auch „Map of the Creator“ (engl. Die Landkarte des Schöpfers) genannt.